Aufgedeckt! Mythen, die wir alle glauben. Über Therapeuten, Coaches und Seminare

14.06.2017 von Anne-Kathrin Koch

Immer wieder sind meine Seminar-Teilnehmer und Klienten überrascht und erleichtert, wenn ich ihnen Beispiele von Herausforderungen und Themen aus meinem eigenen Leben gebe, und wie ich mit ihnen umgegangen bin. Sie sind heilfroh, dass auch ich Probleme habe und nicht völlig abgehoben oder übermenschlich bin. Es hilft ihnen, sich über sich selbst besser zu fühlen und eine realistischere Perspektive einzunehmen.

In den mehr als 10 Jahren, die ich bereits als Therapeutin und Coach tätig bin, konnte ich Muster und Mythen erkennen, die wir alle glauben, obwohl sie bei Licht betrachtet völliger Käse sind, und die es wert sind, immer wieder entlarvt zu werden.


Hier sind meine meist-gehörten Mythen über Therapeuten, Seminare und Persönlichkeits-Entwicklung, jeweils mit Realitäts-Check:

Mythos Nr.1: Wenn ich genug Seminare gemacht, genug Bücher gelesen und mich genug weiterentwickelt habe, habe ich keine Probleme mehr.

Realität: Dies ist nur ein Gedanke, mit dem du dich über dich selbst schlecht fühlen wirst und der außerdem unwahr ist. Egal, wie viele Seminare du machst, egal, wie viele Bücher du liest und egal, wie sehr du dich weiterentwickelst - du wirst trotzdem noch Probleme haben!
Was allerdings anders und besser wird, ist deine Fähigkeit, mit ihnen umzugehen, wodurch sich die Zeit deines Leidens erheblich verkürzt. Sprich: du kommst schneller aus dem Loch raus und in manche Löcher fällst du nicht mehr hinein. Aber Löcher per se bleiben.

Mythos Nr. 2: Weil ich Seminare mache, Bücher lese, mich coachen lasse, bin ich ein emotionales und mentales Wrack.

Realität: Wenn du genau hinschaust und hinter den Schein blickst, den jeder so gerne wahrt, stellst du fest, dass eigentlich jeder ein "Wrack" ist und nicht du die unglückliche Ausnahme. JEDER hat Themen und Probleme. Wenn du Seminare machst und dich weiterentwickelst, wirst du dir deiner mehr bewusst, und kannst deshalb etwas ändern.
Außerdem: Solange du dir Gedanken machst, ob du ein Wrack bist, kannst du beruhigt sein: Diejenigen, die tatsächlich ein Wrack sind, stellen sich diese Frage nicht!

Mythos Nr. 3: Mein Therapeut/ Coach/ Seminarleiter hat keine Probleme. Hat er doch welche, ist er kein guter Therapeut.

Realität: Beides Quatsch! Erwartest du von deinem Zahnarzt, dass er selbst nie Zahnweh haben darf?
Oder betrachtest du deinen Hausarzt als Versager, wenn er mal ne Grippe hat?

Mythos Nr. 4: Therapeuten können nur bei Themen helfen, die sie selbst erlebt haben.

Realität: Wenn Chirurgen alle OPs selbst erfahren müssten, bevor sie erfolgreich andere behandeln, wären sie leider nicht mehr in der Lage, anderen zu helfen.
Es gibt natürlich eine andere Autorität, etwas selbst erlebt zu haben, aber ein guter Therapeut, mit Einfühlungsvermögen, lernt von seinen Patienten, und deshalb kann er auch mit Erfahrungen helfen, die er selbst nicht eins zu eins am eigenen Leib erfahren hat.

Mythos Nr. 5: Verpeilte Therapeuten können nicht helfen.

Realität: Einspruch! Ja, das dachte ich früher auch und fühlte mich auf der sicheren, halt professionellen Seite.... bis ich einem begegnet bin und feststellen musste, dass er manchen Patienten viel besser helfen und sie besser erreichen konnte, als ich. Gerade WEIL er ihnen so ähnlich war! Das lehrte mich: für jeden Topf gibt's den passenden Deckel.



Wie du merkst, sind wir sehr kreativ mit dem, was wir uns ausmalen, und wir neigen immer wieder dazu, andere auf einen Sockel zu stellen und Dinge aufgrund des Anscheins oder unserer Vorstellungen zu bewerten.
Ich hoffe, das ändert sich mit dieser Bewusstheit, auf dass wir uns erinnern mögen, dass wir ohne Kleider alle nackt sind und hier keiner lebend rauskommt.... ;-)


Nun zu dir:

  1. Bei welchem meiner aufgeführten Mythen hast du dich am meisten wiedererkannt?
  2. Welche Mythen kennst du noch?

Lass mich in den Kommentaren wissen.


Und bitte hilf mit, mehr Menschlichkeit in der "Welt der Psychos"zu verbreiten, indem du diesen Blog teilst. Danke!

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